Föderpreis für sozial engagierte Kunstprojekte
Premio per progetti d'arte nel campo sociale
Award for socially engaged art projects

Der benno barth award wurde am 11.05.16 erstmals ausgeschrieben. Innerhalb der Bewerbungsfrist am 14.10.16 wurden 26 Bewerbungen eingereicht. In der anschließenden Jurysitzung wurde letztendlich entschieden den Förderpreis von insgesamt € 15.000 an zwei Künstlerinnen zu vergeben:

Maria Walcher (Brixen - Innsbruck) zur Umsetzung ihres Projektes „querSCHNITTE“:
Eine mobile Schneiderei wird, unterwegs in Südtirol, zur Plattform für einen interkulturellen Austausch, basierend auf der textilen Produktion aus aller Welt.

Ingrid Hora (Südtirol - Berlin) für ein Recherche- und Reisestipendium nach Indien im Rahmen ihres Projektes „Rudaali“, mit dem Ziel einer künstlerischen Untersuchung zur gewerbsmäßigen Totenklage und über grundsätzliche Fragen nach Art und Weise und den Räumen des Trauerns in der Gesellschaft.

 

Maria Walcher, 2018

 

querSCHNITT 

 

In einem zur mobilen Schneiderei ausgebauten VW-Bus macht sich Maria Walcher gemeinsam mit internationalen SchneiderInnen, die momentan in Südtirol leben, auf den Weg durch die Täler Südtirols. Auf öffentlichen Plätzen und an Schulen wird die mobile Schneiderei temporär aufgebaut, um über die Arbeit mit dem Textilen mit Passanten und SchülerInnen in Kontakt zu treten. Die SchneiderInnen teilen ihre Erfahrung und professionellen Fähigkeiten als Experten mit allen Interessierten. So wird die Schneiderei zu einer Bühne, die im gemeinsamen Tun Dialoge hervorruft und Geschichten entstehen lässt.  

querSCHNITT ist ein Kunstprojekt mit der Intention, einen interkulturellen Austausch über das textile Medium im öffentlichen Raum zu schaffen. Die Aktion greift die Tradition des Wanderhandwerks auf, um so auf das Thema der Mobilität und des Unterwegsseins ohne fixen Standort einzugehen – an der Schnittstelle von Tourismus, Migration und globalem wirtschaftlichen Austausch. 

Stationen:

23.- 24. April 2018: St. Walburg, Ulten (Winterschule/Mittelschule)

26. Mai: Brixen (Zugluft-Fest)

30. Mai – 01. Juni 2018: Bruneck (Oberstadt & Sprachengymnasium)

Juni: Tschengls

24.- 26.August: Karthaus, Schnals

September: Zillertal/Ahrntal (Mittelschule Tux)

 

finale Präsentation

12.-13.Oktober: Klausen (kunst boden_nah)

 

mariawalcher.com

 

 

Ingrid Hora

Der benno barth award hat mir eine Recherche ermöglicht, um mich in das Thema der professionellen Klage zu vertiefen, vor allem der Rudali, der professionellen Klagefrauen in Indien. Im Rahmen einiger Reisen und Forschungsaufenthalte in Indien hat sich das Thema in verschiedenen Facetten und Aspekten eröffnet. Ich konnte weitere Arten der Klage entdecken – z.B. die klagenden Eremiten am Fuß des Himalaya ­– und nach und nach verflochten sich die verschiedenen Geschichten... 

Ein portugiesisches Haus in Goa, versteckt hinter Palmen wurde zum Institute of sorrow (Traurigkeit), wo die Klage und Traurigkeit von Menschen aufbewahrt werden. Eigens  beauftragte Frauen halten die Gefäße mit den Klagen ständig in Bewegung und kümmern sich  Tag ein und aus um sie. Fiktion und Recherche  verschmelzen...